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Raumbühne "Gott des Gemetzels"

Projektart

Raumbühne

Datum

2026

Standort

Hans Otto Theater, Potsdam

Regie

Bettina Jahnke

Kostüm

Tatjana Kautsch

Fotos

Thomas M.Jauk / Claudia Rohner

Gedanken zum Bühnenbild von B.Jantzen

In der Eltern-Arena
In Yasmina Rezas Komödie "Der Gott des Gemetzels"geraten Rollenmuster ins Wanken, und der Zuschauerraum wird zum Schauplatz des Geschehens
Zwei Elfjährige haben sich im Park geprügelt, und der Schneidezahn des einen Jungen ist nun in Gefahr. Leider liegt der Grund der Schlägerei im Ungewissen. Trotzdem sind die Eltern entschlossen, mit pädagogischem Feingespür, klaren Absprachen und vor allem mit zivilisierten Umgangsformen diesen Konflikt der Kinder zu klären. Véronique und Michel empfangen Annette und Alain bei Kaffee und Kuchen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Doch schon bald werden subtile verbale Seitenhiebe in verschiedene Richtungen ausgeteilt. Klare Rollenmuster geraten ins Wanken und scheinbar feste Koalitionen zerbrechen. 

Alles entwickelt sich vom Versuch der „Aufrechterhaltung der Fassade bis zum Kontrollverlust“ – so beschreibt Claudia Rohner den Verlauf des Treffens. Sie hat das Bühnenbild für die brillante Komödie „Der Gott des Gemetzels“ der renommierten französischen Autorin Yasmina Reza entworfen. Rohners Idee ist es, das Publikum ganz nah und unmittelbar an die Begegnung der vier Erwachsenen heranzuholen: „Man sitzt quasi im eigenen Garten und hört den Nachbarn beim Streiten zu.“ Wie in einer Arena werden die Zuschauenden den Schauplatz umringen, in dessen Mitte sich eine Fläche aus echtem grünem Rasen ausbreitet. Der Kampf, der darauf stattfindet, wird zuerst noch mit Argumenten und – bei Erhöhung des Konfliktlevels – mit handfesten Mitteln geführt. Rohners Fantasie geht dabei so weit, dass „alles in einer Schlammschlacht endet“. Ob es wirklich dazu kommt, darauf kann man gespannt sein. 

Um die von Rohner erdachte Arena-Situation entstehen zu lassen, baut die Bühnentechnik des Hans Otto Theaters knapp 200 Stühle im Zuschauerraum des Großen Hauses aus, transportiert diese mit speziellen Hubwagen ab, um sie in Schwerlastregalen auf der Seitenbühne zu lagern. Ein Teil wird auch neu im Raum positioniert. Zugleich werden für jede Aufführung 72 Quadratmeter Rollrasen angeschafft. Der Technische Direktor Tobias Sieben ist gespannt, welche Erfahrungen er und sein Team damit sammeln werden. Interessant und ungewöhnlich ist dabei, dass hier ein nachhaltiger und im wörtlichen Sinne „nachwachsender Rohstoff“ ins Spiel kommt. Er könnte im Anschluss an seinen Bühnenauftritt nämlich weiter genutzt werden, „zum Beispiel zum Ausbessern der Rasenflächen rund um das Theater und auf unseren Terrassen“, so Sieben. Er hofft dabei auf eine Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt der Stadt Potsdam. 

Vieles ist also vorbereitet, damit Véronique, Michel, Annette und Alain in der Regie von Bettina Jahnke in einer Arena auf grünem Rasen gegeneinander antreten können. Wer wird welche Niederlage einstecken müssen? Und wer könnte vielleicht den Sieg davontragen? Eines ist auf jeden Fall sicher: „Der Gott des Gemetzels“ steht über allem! 



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